Ulysses Roadmovie
Museumsquartier Wien, Halle G
Uraufführung Wien
Premiere: Do. 22. September 2011 | 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen:
Fr. 23. und Sa. 24. September 2011 | 20:00 Uhr
MQ Museumsquartier Wien, Halle G | Museumsplatz 1, 1070 Wien
www.oeticket.com, 01/96096, oeticket Center Museumsquartier (Halle E+G Foyer), Museumsplatz 1, 1070 Wien und allen Vorverkaufsstellen von oeticket.
Reservierung: karten@aktionstheater.at, +43(0) 664 15 24 022
Martin Ojster, ojster@aktionstheater.at, +43(0) 664 11 22 3 77
Ein Gegenwarts-Ulysses treibt auf einer theatralisch–musikalischen Irrfahrt durch reale Versuchungen und skurrile Erinnerungen. In den Köpfen (und Körpern) von 4 SchauspielerInnen und 4 Musikern erlebt der Zuschauer die Auseinandersetzung mit männlich–weiblichen Wunschvorstellungen und gescheiterten Lebensentwürfen, Macht, Dominanz und Unterwerfung. Er sieht, wie sexuelles Begehren zelebriert und gesprengt wird - bis er am Ende vielleicht merkt, dass wir alle nicht ankommen können.
„Wir reiben nur das grobe Leder aneinander, wir sind sehr einsam.“
—Georg Büchner
Und los geht die Reise. Ein Kurz-Auftritt mit der Lieblingsband in Wien–Ottakring, dann in Thailand an einer Sexüberdosis sterben. Anschließend in Griechenland gescheiterte Lebensentwürfe zelebrieren und allfällige Erektionsprobleme klein reden. Weiter geht's nach Albanien. Und dort auf Schnitzler und Janis Joplin reloaded treffen… „Wenn Männer sich entblößen, sich ehrlich und offen präsentieren, endet ein Theaterabend, der niemanden unberührt lässt … wunderschön, traurig, sehr ernst und total witzig.“ (KULTUR)
Regisseur Martin Gruber und sein aktionstheater ensemble führen zusammen mit dem Vertreter des „radical poetry“ (Die Zeit) und Bachmann-Preisträger Christian Uetz und der Band 78plus durch eine sinnenfreudige, musikalisch–theatralische Irrfahrt, die eines zeigt: „Im Sprung ins Theater ist alles möglich“ (Uetz), so wechseln einander authentisch erregende Fantasien, erotische Vorstellungskraft, reale Versuchungen und skurrile Erinnerungen ab. „Eine im wahrsten Sinne atemberaubende Aufführung.“ (APA/Premiere Festspielhaus Bregenz/Bregenzer Frühling).
Konzept und Regie: Martin Gruber
Stücktext: Christian Uetz und aktionstheater ensemble
Dramaturgie und Produktion: Martin Ojster
Musik: 78plus
Bühne: Martin Hämmerle
Video: Pablo Leiva und Edward Chapon
Regieassistenz und Dramaturgie: Mona Schwitzer
Licht: Felix Dietlinger
Dramaturgiehospitanz: Maximilian Traxl
Darstellerinnen Video: Nina Kaltenbrunner, Elisabeth Aue, Iris Maria Stromberger
Mit: Christian Dolezal, Kirstin Schwab, Tobias Voigt, Eduard Wildner und 78plus: Günther Berger und Stephan Sperlich (vocals und live electronics), Erwin Schober (drums), Philipp Moosbrugger (double bass)
Der Schweizer Schriftsteller Norbert Loaker über „Ulysses Roadmovie“ anlässlich der Premiere im Festspielhaus Bregenz
Es fängt in Ulysses Roadmovie gar nicht odysseisch an. Edu träumt von einem spiessigen Häuschen in Griechenland, Christian erwägt alternative Karrieren als Künstler und für Tobias scheint „ein ganz anderer Beruf“ möglich, der ihn mehr befriedigt. Doch dann ist auch gleich Ende Illusion: Häuschen, Karriere und Arbeit im Schweisse des Angesichts sind nicht die Sterne, nach denen weiter navigiert wird. Es wird nun doch odysseisch - oder eher ulysseisch. Denn der homerische Dulder strengt sich für die verliebt lauschende Nausikaa noch ziemlich an, schön der Reihe nach zu berichten. Nach den Redekaskaden des Leopold Bloom weiss der Joyce-Leser weder, wo ihm der Kopf, noch kaum, wo dieses Dublin steht.
Genau hier setzt das Interesse von Christian Uetz, Martin Gruber an. Ihr Stück erlebt sich wie ein von Riffen und Strudeln bedrohtes Tauch- und Forschungsunternehmen in einem Katarakt von Text, in dem wie zertrümmertes Treibgut die Substanz unseres Menschseins mitgespühlt wird, Aufbruch und Scheitern, Ideale und Tod, Glück und Ekstase.
Aber ist nicht halt so das Leben? Die Odyssee ein Seefahrermärchen für erbauliche Stunden? Nicht in Martin Grubers profundem Theater, das die übersehene Fratze des Odysseus hervor holt. Uns (kathartisch) erschrecken lässt, wie sich überlegenheitswahn und Machtgier zum Phantom Mann aufwiegeln, das sich am liebsten in dem befriedigt, was - weiblich, wehrlos, überwunden - unter ihm auf dem Boden liegt.
Ab und zu gleitet man überraschend durch ruhigere Stellen und hört ganz einfache Geschichten, rührend, komisch, tragisch oder grotesk, wie sie der Alltag mit sich bringt. Doch gerade in diesen Momenten zeigt sich die böseste Dialektik: Wären nicht wir da, die Zuschauer, die mit leben, leiden, rätseln und lachen, gingen noch die schönsten Stories dorthin, wohin alles, aber auch alles geht, was Bühnenwort geworden ist, nämlich ins Leere, ins Nichts, wo es beides nicht gibt, die Vereinigung im Fleisch nicht und nicht den Dialog im Geist.
Man weiß, dass Martin Gruber für ein Theater als moralische Anstalt nicht zu haben ist. So kritisch er Sprache sprechen lässt, weder er noch seine Figuren vergessen, dass Sprache im Theater einen Klang hat. Das meinte Aristoteles mit Katharsis, dass in allem Sprechen ein erlösender Auftrieb zur Musik wirkt.
Museumsquartier Wien, Halle G
Museumsquartier Wien, Halle G
Museumsquartier Wien, Halle G
Magazin4 Bregenz, 20 Uhr
Preisverleihung im Novomatic Center Wien mit einer Nominierung für das aktionsetheater ensemble.
Ausstellung 20.11. bis 9.12.2011
Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr
Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr
Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr
Magazin 4 Bregenz, 20 Uhr